Flächenbewusste Kommune
Stadt Waldsassen, Landkreis Tirschenreuth, Oberpfalz
| Ort: | Waldsassen |
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz |
| Thema: | Konversion und Revitalisierung von Brachflächen, Innenentwicklung und Ortskernstärkung, Sanierung, Umnutzung, Nachverdichtung |
Herausforderungen
- Maßnahmen zur Belebung des Ortskernes im Rahmen eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes und dessen Fortschreibung, des Vitalitäts-Checks 2.0 zur Innenentwicklung sowie einer Intensivbetrachtung des Egerer-Straßen-Quartiers im Programm „Ort schafft Mitte“
- Denkmalgeschützten und ortsbildprägenden Gebäude bewerten um festzulegen, welche unbedingt zu erhalten sind beziehungsweise wo neue Freiräume entstehen könnten
- Revitalisierung von leerstehende Gebäuden zu attraktivem Wohnraum
- Mehr Leben in die Innenstadt bringen
- Nicht sanierungsfähige Gebäude erwerben, abbrechen und Flächen „recyceln“
- Ausweisung von Neubauflächen als letztes Mittel und stets nur als Abrundung vorhandener Baugebiete
- Baulücken erheben und die Besitzer zu einem Verkauf animieren
Ausgangssituation
Bereits seit 1986 führt die Stadt Waldsassen mit Unterstützung der Städtebauförderung kontinuierlich Stadterneuerungsmaßnahmen durch. Da bei der baulichen Entwicklung die Tallage und die Besonderheiten der Kulturlandschaft zu beachten sind, galt es ein Konzept zu entwickeln, um mit den vorhandenen Flächen auszukommen und dennoch Entwicklung zu ermöglichen.
Umsetzung
Die Stadt hat mehrere innerörtliche leerstehende Gebäude und Gewerbebrachen erworben um diese zu revitalisieren oder rückzubauen und setzt diesen Ansatz stetig fort. Weiterhin wurde ein Grundsatzbeschluss durch den Stadtrat gefasst, der eine Selbstverpflichtung zur Innenentwicklung vor Außenentwicklung beinhaltet, sowie ein Leerstandskataster erstellt, um vom Leerstand bedrohte beziehungsweise brachliegende Wohngebäude zu erfassen. Manche dieser Gebäude wurden inzwischen gezielt an Privatinvestoren vermittelt, saniert und neu belebt. Besonders wichtige, teils denkmalgeschützte Gebäude werden durch die Stadt selbst saniert, wodurch neuer Wohnraum – überwiegend im Stadtzentrum – entsteht. Große Immobilien inmitten des Stadtzentrums gehören dem örtlichen Cistercienserinnen-Orden. Der Konvent mit seiner Äbtissin Laetitia Fech hat diese Liegenschaften nach und nach mit staatlicher Förderung ebenfalls renoviert und mit neuem Leben versehen (u. a. Tagungs- und Hotelbetrieb, betreute Wohneinrichtung, Wohnungen).
Der Bevölkerungsrückgang konnte auch infolge des konsequenten Handelns inzwischen weitestgehend gestoppt werden. Da trotz reger Bautätigkeit fast immer bereits beplante oder ursprünglich bebaute Flächen (nach)genutzt wurden, mussten kaum Neuinanspruchnahmen erfolgen. Die Stadt ist heute zudem aufgeräumter als noch vor Jahren, da marode Bausubstanz gewichen ist. Trotz der intensiven Neubelebung findet sich auch zukünftig noch genügend Potenzial, um dieses Konzept fortzuführen und den Flächenverbrauch auf ein Minimum zu begrenzen.
Die Auszeichnung als Flächenbewusste Kommune durch die Bayerische Staatsregierung im Oktober 2019 hat zu einer weiteren Intensivierung der Maßnahmen geführt. Die Motivation in Stadtrat, Verwaltung und Bürgerschaft wurde zusätzlich befeuert und führt zu ständig neuen kreativen Prozessen und Ergebnissen.




