Flächenstatistik

„Flächenverbrauch“ in Bayern

Der Begriff „Flächenverbrauch” wird umgangssprachlich für die Inanspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke verwendet. Die Fläche wird also nicht verbraucht, sondern anders genutzt.

Von den 70.542 km² Gesamtfläche Bayerns werden aktuell 8.594 km² der Siedlungs- und Verkehrsfläche zugeordnet. Das entspricht einem Anteil von 12,2% (gegenüber einem Anteil von 8,0% im Jahr 1980). Ferner wird in etwa die Hälfte der Fläche Bayerns landwirtschaftlich genutzt, ein gutes Drittel der Fläche ist von Wald bedeckt.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche liegt in Bayern damit unter dem Bundesdurchschnitt und ist nur in den meisten ostdeutschen Bundesländern geringer. In der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie strebt die Bundesregierung eine Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke auf unter 30 ha pro Tag bis zum Jahr 2030 an. Der vom Umweltbundesamt ermittelte Anteil Bayerns beträgt 5 ha pro Tag, diese Richtgröße ist seit Februar 2021 auch im Bayerischen Landesplanungsgesetz festgehalten und wird landesweit bis 2030 angestrebt. Zuletzt lag die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Bayern bei 11,6 ha pro Tag (Stand: 2020). Der Freistaat steht momentan vor vielfältigen flächenwirksamen Herausforderungen, u.a. in Bezug auf die hohe Wohnraumnnachfrage, die Stärkung der heimischen Wirtschaft oder den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Die ressortübergreifende Flächensparoffensive der Bayerischen Staatsregierung setzt zahlreiche Maßnahmen um, um den Flächenverbrauch nachhaltig zu senken: Neben der Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms und der Einführung eines standardisierten Bedarfsnachweises für neue Siedlungsflächen sind u.a. baurechtliche Regelungen angepasst worden, und die verschiedenen Ressorts bieten umfangreiche Förderprogramme und Informationsmaßnahmen an. Darüber hinaus stehen regionale Flächensparmanagerinnen und Flächensparmanager bei den Regierungen beratend und vermittelnd zur Verfügung. Die Gesamtstrategie wird laufend weiterentwickelt.

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche ist allerdings nicht mit der tatsächlich versiegelten Fläche zu verwechseln. Zu der vom Bayerischen Landesamt für Statistik erhobenen Siedlungs- und Verkehrsfläche zählen Wohnbauflächen, Industrie- und Gewerbeflächen ebenso wie Verkehrsflächen, aber auch Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen, Versorgungsanlagen oder Friedhöfe. Freiflächen wie Hausgärten und Sportplätze, aber auch Parks wie der Englische Garten in München oder Freiflächenphotovoltaikanlagen zählen bei Neuanlage demzufolge zum bayerischen Flächenverbrauch. Erhebungen des Bayerischen Landesamts für Umwelt haben ergeben, dass der Anteil versiegelter Flächen an der Siedlungs- und Verkehrsfläche in etwa bei 50% liegt. Bei Bemühungen zur Reduzierung der Inanspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke muss daher berücksichtigt werden, wofür und wie die Flächen genutzt werden sollen.

Regional stellt sich der Flächenverbrauch in Bayern sehr unterschiedlich dar. Während der Flächenverbrauch bezogen auf die Gesamtfläche u.a. in der Planungsregion mit dem größten Verdichtungsraum München sehr hoch ist, zeigt sich in Relation mit der Einwohnerzahl ein deutlich anderes Bild.

Je Einwohner hatten die Planungsregionen Oberpfalz-Nord und Landshut im Jahr 2020 den höchsten Flächenverbrauch (Landshut 8,5 m², Oberpfalz-Nord 8,9 m²). Dies zeigt unterschiedliche wirtschafts- und siedlungsstrukturelle Rahmenbedingungen, die zu deutlichen Unterschieden in der Effizienz der Flächennutzung führen.

Flächenverbrauch pro Einwohner 2020 nach Regionen

Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche  in Bayern pro Tag

(1980 - 2020) in ha

Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche nach Nutzungsart

(2015 - 2020) in Prozent

Weiterführende Links /

Downloads

Infomail Oktober 2021

Das Bayerische Landesamt für Statistik hat am 13.10.2021 die Ergebnisse der Flächenerhebung 2020 veröffentlicht, die die Veränderung der tatsächlichen Flächennutzung wiedergeben. Die Infomail enthält die wichtigsten Ergebnisse aufbereitet für Regionen und Bezirke.  

Hier gehts zur Infomail Oktober 2021